Digitale Podiumsdiskussion am 25. August 2026 in Online
Wie kann Pflegebegleitung künftig so gestaltet werden, dass pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen wirklich unterstützt werden? Dieser Frage widmete sich der digitale "Talk am Förderturm" der Ruhrgebietskonferenz-Pflege und von ZukunftPflege NRW. Mehr als 300 Interessierte nutzten die Gelegenheit, die Diskussion mit Pflegeexperte Prof. Thomas Klie, Christian Westermann (Ruhrgebietskonferenz-Pflege) und Prof. Dr. Notburga Ott (wir pflegen NRW) zu verfolgen.
Ein zentrales Fazit des Abends: Pflegebegleitung kann nur gelingen, wenn sie als gemeinsame Aufgabe verstanden wird. Pflegekassen, Kommunen, Beratungsstellen, Pflegedienste und weitere Akteure müssen ihre Kompetenzen bündeln, statt neue Parallelstrukturen aufzubauen. Prof. Thomas Klie machte deutlich, dass insbesondere qualifizierte Pflegefachpersonen eine wichtige Rolle in der zukünftigen Ausgestaltung spielen werden.

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Auch die Perspektive pflegender Angehöriger kam ausführlich zur Sprache. Prof. Dr. Notburga Ott, Vorständin von wir pflegen NRW betonte, dass Menschen in Pflegesituationen mehr benötigen als eine reine Beratung. Gute Pflegebegleitung müsse helfen, das gesamte Unterstützungsnetzwerk zu koordinieren – von professionellen Angeboten über kommunale Hilfen bis hin zu ehrenamtlichem Engagement und Nachbarschaftshilfe. Gleichzeitig seien im aktuellen Gesetzentwurf noch wichtige Fragen offen, etwa zu Ansprüchen auf weitergehende Begleitung oder Fallmanagement
Intensiv diskutiert wurde außerdem die Finanzierung. Einigkeit bestand darin, dass Pflegebegleitung nicht ausschließlich über einzelne Beratungsstunden gedacht werden darf. Vielmehr braucht es eine verlässliche Infrastruktur, ausreichend Personal und tragfähige Finanzierungsmodelle, die den tatsächlichen Bedarfen vor Ort gerecht werden
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie regionale Versorgungslücken sichtbar gemacht werden können. Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege stellte hierzu die Idee eines "Versorgungsradars Pflege" vor. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Begleitung von Betroffenen systematisch zu erfassen, damit aus einzelnen Problemen wichtige Erkenntnisse für die regionale Versorgungsplanung entstehen. Auch digitale Vernetzung und der Einsatz neuer Technologien wurden als wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Pflegebegleitung hervorgehoben.
Zum Abschluss wurde ein NRW-weiter Umsetzungsdialog angeregt. Noch bevor gesetzliche Regelungen endgültig feststehen, sollten Land, Kommunen, Pflegekassen, Pflegeanbieter, Beratungsstrukturen und Angehörigenvertretungen gemeinsam beraten, wie Pflegebegleitung in Nordrhein-Westfalen konkret umgesetzt werden kann. Die Botschaft des Abends war eindeutig: Wenn Pflegebegleitung eine Kooperationsaufgabe ist, dann sollte die Zusammenarbeit bereits jetzt beginnen.
Fazit: Der "Talk am Förderturm" hat gezeigt, wie groß das Interesse an einer zukunftsfähigen Pflegebegleitung ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass erfolgreiche Unterstützung nur durch das Zusammenspiel aller Beteiligten entstehen kann – immer mit dem Ziel, pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen Orientierung, Entlastung und verlässliche Begleitung zu bieten.