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Positionen und Stellungnahmen

Live-In-Betreuung in Privathaushalten

Positionen und Stellungnahmen
Live-In-Betreuung in Privathaushalten
September 2026 | Positionspapier

Pflegende Angehörige fordern die Integration ausländischer Betreuungskräfte in Privathaushalten bei der Pflegereform mitzudenken

Für viele pflegende Angehörige ist die Unterstützung durch eine im Haushalt lebende Betreuungskraft längst Teil der Versorgungsrealität. Besonders dann, wenn eine Betreuung über viele Stunden notwendig ist, Angehörige berufstätig sind, weit entfernt wohnen oder die eigenen Belastungsgrenzen erreicht sind, greifen Familien auf sogenannte Live-In-Betreuungskräfte (oft auch als "24-Stunden-Pflege" bezeichnet) zurück – häufig aus dem Ausland.

Schätzungen zufolge unterstützen mehrere hunderttausend ausländische Betreuungskräfte pflegebedürftige Menschen in deutschen Privathaushalten. Gleichzeitig fehlt bis heute ein verlässlicher rechtlicher Rahmen. Fragen zu Arbeits- und Bereitschaftszeiten, Mindestlohn, Aufgabenbereichen und Haftung sind für Familien oft nur schwer zu überblicken. Eine rechtskonforme Betreuung rund um die Uhr durch eine einzelne Person ist nicht möglich; Modelle mit mehreren Beschäftigten wiederum sind für viele Haushalte finanziell kaum zu tragen.

Mit dem neuen Positionspapier „Live-In-Betreuung in Privathaushalten in Deutschland: Was pflegende Angehörige brauchen“ richtet unser Bundesverband wir pflegen e.V. den Blick deshalb besonders auf die Situation der Familien. Es ergänzt das gemeinsam mit Eurocarers veröffentlichte europäische Positionspapier zur Integration ausländischer Betreuungskräfte um konkrete Anforderungen an die deutsche Pflegepolitik.

Der Bundesverband fordert unter anderem eine rechtssichere gesetzliche Grundlage für Live-In-Betreuung, klare Regeln zu Arbeitszeit, Bereitschaftszeit und Mindestlohn sowie eine eindeutige Abgrenzung zwischen Betreuung und professioneller Pflege. Familien sollen vor der Beschäftigung einer Betreuungskraft kostenfrei und unabhängig beraten werden. Vermittlungsagenturen sollen verbindliche Mindeststandards erfüllen und registriert werden. Zugleich müssen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Leistungen wie den Entlastungsbetrag und die Verhinderungspflege weiterhin selbstbestimmt für passende Unterstützungsangebote einsetzen können.

Denn Live-In-Betreuung lässt sich nicht dadurch aus der Pflegepolitik ausklammern, dass ihre rechtlichen und finanziellen Probleme ungelöst bleiben. Wenn pflegebedürftige Menschen möglichst lange zu Hause leben können sollen, müssen auch diejenigen Versorgungsformen berücksichtigt werden, auf die Familien in ihrem Alltag tatsächlich zurückgreifen.

Das Positionspapier zeigt, welche Rahmenbedingungen pflegende Angehörige brauchen, damit Live-In-Betreuung rechtssicher, fair und verlässlich gestaltet werden kann.