1. Oktober 2026 | WDR 5 Morgenecho
Welche Folgen hat die geplante Pflegereform für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen? Darüber sprach Prof. Dr. Notburga Ott, Vorständin von wir pflegen NRW, im WDR 5-"Morgenecho".
Im Mittelpunkt des Interviews standen die geplanten Änderungen bei der Begutachtung und Einstufung in Pflegegrade. Nach Einschätzung von Notburga Ott könnten höhere Anforderungen dazu führen, dass es künftig schwieriger wird, überhaupt einen Pflegegrad oder eine Höherstufung zu erhalten, insbesondere bei Menschen mit hohem körperlichem Unterstützungsbedarf.
Ott machte zugleich darauf aufmerksam, dass die öffentliche Debatte über Pflegekosten häufig vor allem die stationäre Pflege betrachtet. Der überwiegende Teil der Pflege finde jedoch zu Hause statt, vielfach durch Angehörige, die dafür erhebliche Zeit aufbringen und teilweise ihre Erwerbstätigkeit einschränken oder ganz aufgeben. Sie forderte deshalb, auch die Eigenleistungen und Belastungen in der häuslichen Pflege stärker in den Blick zu nehmen.
Kritisch bewertete sie zudem geplante Einschränkungen bei Unterstützungsleistungen und deren flexibler Nutzung. Gerade pflegende Angehörige seien auf verlässliche und flexibel einsetzbare Entlastungsangebote angewiesen.