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Silke Niewohner

„Bei der Betreuung meines Schwiegervaters im Krankenhaus, war ich froh selbständig zu sein und mir meine Zeit flexibel einteilen zu können. Bei einer intensiveren Pflege wäre meine Selbständigkeit nicht mehr möglich.“

Schon seit Jahren ist bekannt, dass durch Anstieg der Lebenserwartung und der Lebensarbeitszeit die Pflegeübernahme zu einem vorhersehbaren Ereignis in der Familien- und Erwerbsbiografie wird (Meyer 2007).

Die Zahl der Hauptpflegepersonen, die gleichzeitig erwerbstätig sind, steigt. Aktuell sind 56 Prozent der Pflegenden im erwerbsfähigen Alter auch erwerbstätig. Jede dritte pflegende Person dieser Gruppe hat ihre Arbeitszeit reduziert. Die Aufgabe der Erwerbstätigkeit birgt das Risiko von sozialer Isolation und (Alters-)Armut. Nur 6% der berufstätigen „Hauptpflegepersonen“ nehmen die Möglichkeit einer Pflegezeit wahr (Pflege in den eigenen vier Wänden: Zeitaufwand und Kosten. Juni 2017. Hans Böckler Stiftung). Eine Lohnersatzleistung analog zum Elterngeld würde vielen pflegenden Angehörigen helfen, für eine befristete Zeit für die Pflege die Arbeitszeit zu reduzieren. Auch ein Rechtsanspruch auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit wäre nötig.

Angehörige pflegen und gleichzeitig berufstätig sein: das ist eine große Herausforderung. Wie kann dieser Kraftakt gelingen? Ich bin auf der Suche nach Antworten auf diese Frage, damit wir nicht nur individuelle, sondern auch gesamtgesellschaftliche Lösungen finden.

Silke Niewohner beschäftigt sich schon seit vielen Jahren beruflich, privat und ehrenamtlich mit pflegenden Angehörigen und ihrer Lebenslage.

Von 2008-2013 leitete Sie die Landesstelle Pflegende Angehörige NRW. Seit 2009 ist sie Mitglied im Verein wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V. und Gründungsmitglied von wir pflegen NRW.  Hier koordiniert sie das Schwerpunktthema „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ und betreut eine AG zu dieser Thematik.

Als Vertreterin von wir pflegen ist sie in den unabhängigen Beirat Beruf und Pflege berufen und freut sich dort den pflegenden Angehörigen eine Stimme zu geben.

Silke Niewohner ist selbständig im Bereich Fortbildung, Beratung und Coaching mit dem Schwerpunkt Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und wohnt in Recklinghausen.