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Christian Pälmke

Unsere Gesellschaft überträgt immer mehr Aufgaben in den familiären Bereich ohne ausreichende staatliche Unterstützung. So hat die Teilkasko-Pflegeversicherung dazu geführt, dass viele Menschen sich um pflegebedürftige Familienmitglieder und Bekannte kümmern: Doch wer kümmert sich eigentlich um pflegende Angehörige? Diese Frage treibt mich um.

Wir verabschieden uns zunehmend vom paritätischen Sozialversicherungsprinzip und lassen Menschen mit ihren Schicksalen alleine. Was pflegende Angehörige für unsere Gesellschaft leisten, ist kaum in Zahlen auszudrücken. Aber die Auswirkungen sind klar zu erkennen: Viele stoßen an ihre natürlichen Grenzen, haben keine Kraft und Energie mehr, nicht Wenige verarmen sogar. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Glaubt man der Floskel der zunehmend propagierten „Leistungsgerechtigkeit“, so müssten pflegende Angehörige mehr verdienen als mancher Topmanager. Leistung ist in unserer Gesellschaft anscheinend doch nicht das entscheidende Kriterium, sondern die Interessen einiger Weniger.

Die Anbieterseite ist in der Pflege durch starke Interessenverbände vertreten. Es ist höchste Zeit, dass diejenigen, die primär Pflege in unserer Gesellschaft leisten, eine starke und wahrnehmbare Stimme bekommen. Deswegen ist wir pflegen NRW nicht ein „nice to have“, sondern ein zwingend notwendiger Schritt in Richtung einer gerechteren Gesellschaft. Dabei brauchen wir keine Anerkennung im Sinne des „ihr macht das ganz toll“. Wir brauchen spürbare Verbesserungen: Eine gute soziale Absicherung und eine Geldleistung, die direkt an pflegende Angehörige und nicht an Pflegebedürftige ausgezahlt wird, fallen zum Beispiel darunter.

Die Missstände sind klar. Jetzt ist es Zeit anzupacken!

Christian Pälmke hat Soziale Arbeit (Diplom) und Sozialmanagement (M.A.) studiert. Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik u. a. zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Darüber hinaus ist er als Lehrbeauftragter an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe im Bereich Pflegepolitik angestellt.

Neben dem Beruf absolviert er ein Studium an der Fernuniversität Hagen im Fach „Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie“. Seit Februar 2017 ist er stellvertretender Vorsitzender von wir pflegen NRW.